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Neuigkeiten aus dem Bündner Kantonalgesangsverband

Lang dauerte der Applaus. Nach 13 Jahren Tätigkeit an der Spitze des Bündner Kantonalgesangsverbandes (BKGV) konnte Retus Giger vergangenen Samstag an der Delegiertenversammlung des BKGV in Domat/Ems sein Präsidentenamt weitergeben. Es sei eine spannende und intensive Zeit gewesen, resümierte Giger. «Die Gründung des Bündner Jugendchores sowie die vielen Kantonal- und Bezirksgesangsfeste gehören sicherlich zu den Highlights meiner Tätigkeit als Präsident», so Giger. Auch die zahlreichen Weiterbildungsangebote für Chorleiterinnen und Chorleiter sowie Sängerinnen und Sänger seien ausgebaut und professionalisiert worden. Er könne den Gesangsverband in einem guten Zustand weitergeben. Als Dank für sein langjähriges Wirken an der Spitze des BKGV wurde Giger mit der Ehrenpräsidentschaft geehrt.

Zu seiner Nachfolgerin wählten die anwesenden Delegierten einstimmig die 58-jährige Lucretia Bärtsch aus Malans. «Ich danke allen Sängerinnen und Sängern für das mir entgegengebrachte Vertrauen und freue mich riesig auf die neue Herausforderung», so die gelernte Klavierlehrerin. Dieses Vertrauen zwischen den einzelnen Chören und dem Verband sei für die künftige Zusammenarbeit äusserst wichtig. «Persönlich durfte ich von den verschiedenen Kursangeboten des Kantonalgesangsverbandes stets viel profitieren», sagte Bärtsch und fügte an: «Ich bin damit quasi gross geworden.» Nun sei es Zeit, auch etwas zurückzugeben und anderen die Möglichkeiten zu bieten, vom Angebot des BKGV profitieren zu können. Ihr sei es wichtig, Bewährtes beizubehalten sowie Traditionen zu pflegen, aber auch neuem Platz zu machen. Diesbezüglich möchte Bärtsch insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Generationen fördern und verstärken.

 

«Rezia cantat 2018»

Neben der Wahl der neuen Präsidentin wurde auch die Austragung des kantonalen Gesangsfestes 2018 vergeben. «Lange hat die Suche nach einem Organisator gedauert», betonte Giger. Umso glücklicher sei man nun, dass sich der Männerchor Samedan zur Verfügung stelle, das kantonale Gesangsfest vom 8.–10. Juni 2018 durchzuführen. Eine Delegation rund um OK-Präsident Jon Fadri Huder stellte den anwesenden Delegierten das Konzept «Rezia cantat» vor. Dieses sieht das italienische Chiavenna als Austragungsort für das Gesangsfest vor. «Die zahlreichen Kirchen und schönen Palazzi in und rund um Chiavenna laden Gesangsfreunde richtiggehend ein, darin zu singen», so Huder. Auch für das leibliche Wohl sei dank den vorhandenen Grotti ausreichend gesorgt.

Schnell war die Meinung der Delegierten gemacht. Mit grossem Applaus wurde die Vergabe an Chiavenna einstimmig beschlossen. «Mit der Vergabe des Kantonalgesangsfestes an einen ausserkantonalen Austragungsort leisten wir Bündner Pionierarbeit», stellte Giger fest. Solch ein grenzübergreifendes Konzept sei ein Modell, das auch für künftige Gesangsfeste denkbar sei. «Ein Bündner Kantonalgesangsfest, das in Italien durchgeführt wird, stellt auch ein schönes Zeichen für unsere Nachbarschaft mit Italien dar», ergänzte Huder sichtlich erfreut. Dies öffne weitere Kooperationsmöglichkeiten und sei insbesondere auch für den kulturellen oder  politischen Austausch eine ideale Plattform.

 

«Singen hält jung»

Traditionellerweise wurden an der Delegiertenversammlung auch langjährige Chormitglieder geehrt. 54 Sängerinnen und Sänger aus verschiedenen Chören, die bereits auf 30 Jahre Chormitgliedschaft zurückblicken dürfen, wurden als kantonale Veteranen geehrt, 27 Sängerinnen und Sänger als schweizerische Veteranen. «Man ist nie zu alt, um zu singen. Vielmehr hält einem das Singen jung», sagte Giger und dankte den Veteranen für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft. Musikalisch umrahmt wurde die Veteranenehrung durch den Männerchor Domat, der sich auch für die Organisation der Delegiertenversammlung verantwortlich zeigte.

Nebst den Vertretern aus rund 26 Chören waren auch zahlreich geladene Gäste in Domat/Ems zugegen, darunter auch der Präsident der Schweizerischen Chorvereinigung, Claude-André Mani. Unter den Gästen: die Emser Gemeindepräsidentin Beatrice Baselgia, die eingangs ihre Gemeinde kurz vorstellte. Domat/ Ems stehe ganz im Zeichen des Wandels sowohl hinsichtlich der Konjunktur wie auch der Kultur. Es seien genau solche Vereine wie der Männerchor Domat, die einem Dorfleben eine gewisse Beständigkeit geben würden. «Wie armselig wären unsere Dörfer, wenn die Chöre fehlen würden», meinte Baselgia und dankte den Anwesenden für ihren Einsatz zu Gunsten des kulturellen Lebens ihrer Gemeinden.